Ökologischer Mehrwert

Aktualisiert: 8. Nov 2020

Es gibt eine Möglichkeit, die Nachhaltigkeit und den Naturschutz zum Teil der Wirtschaft zu machen. Sie ist einfach, praktisch durchführbar und unbürokratisch.



Die Ökologie muss ein Teil der Wirtschaft werden. Ökologischer Mehrwert ist der fehlende Baustein des Wirtschaftssystems.

Heute muss man Naturschutz erzwingen


Der Preis eines Produktes setzt sich aus zwei Teilen zusammen: aus den Kosten des Anbieters und aus seinem Gewinn. Jeder Anbieter versucht seine Kosten zu senken und seinen Gewinn zu steigern. In dieser Gleichung gibt es einfach keinen Platz für die Natur. Wären die Käufer allerdings bereit, die ökologische Leistung des Anbieters zu bezahlen, sähe die Gleichung anders aus. Wenn der Preis jedes Produktes zusätzlich einen Ökologischen Mehrwert enthielte, den die Käufer mitgekauft hätten, wären Projekte zum Schutz des Grundwassers oder zur Rekultivierung der zerstörten Flächen ein Teil des Geschäfts.


Ökologischer Mehrwert


Diese zusätzliche Komponente des Preises eines Artikels wäre der Betrag, den der Hersteller für einen gesellschaftlich gewünschten ökologischen Zweck ausgegeben hätte. Er würde sich aus dem Ökologischen Mehrwert, den er bei seinen Lieferanten mitbezahlt hätte, und aus dem Ökologischen Mehrwert, den er darüber hinaus für sich festgelegt hätte, zusammensetzen.

Die Hersteller wären frei in ihrer Entscheidung, wie hoch der ökologische Aufpreis auf ihre Leistungen ist. Sie wären nur gesetzlich dazu verpflichtet, dies auf der Verpackung deutlich kenntlich zu machen und auch die Höhe und den Verwendungszweck in ausreichend großer Schrift zu nennen. Damit würde der Käufer ein zusätzliches Merkmal des Produktes haben, das er bei seiner Kaufentscheidung berücksichtigen könnte.


Naturschutz als Kaufentscheidung


Das würde aber bedeuten, dass die Konsumenten (weil sie am Ende diejenigen sind, die alles bezahlen) sich aus freien Stücken dazu entscheiden würden, für die Produkte und Dienstleistungen mehr zu zahlen. Ist das denn möglich?


Aber klar. Es passiert jeden Tag. Sie sehen zwei Gurken: Die eine ist aus biologisch-dynamischem Anbau und die andere aus einer (wie Sie vermuten müssen) durch Chemikalien am Leben gehaltenen Plantage. Sie entscheiden sich für die Erste, obwohl sie das Dreifache kostet. Damit bezahlen Sie de facto ein Stück Umweltschutz und Landschaftspflege. Immer mehr Konsumenten entscheiden sich gegen einen Billigartikel, weil sie annehmen, dass er unter Ausbeutung von Menschen und Umwelt hergestellt wurde. Überweist ein Online-Händler einen Teil des Kaufpreises an eine gemeinnützige Organisation, spekuliert er darauf, dass Kunden wegen des guten Gefühls lieber bei ihm kaufen werden.


Unsere Kaufentscheidungen können die Natur zerstören oder ihre Zerstörung aufhalten.

Würde sich ein Käufer für ein Produkt mit einem sehr kleinen Ökologischen Mehrwert entscheiden, wäre das eine moralisch relevante Entscheidung und moralischen Entscheidungen kann man nicht so leicht ausweichen. Er müsste sich entscheiden, entweder etwas für die Rettung der Regenwälder zu tun oder seinem Sohn ein zusätzliches Gadget zu kaufen. Oder er würde einfach die Augen verschließen – auch eine moralische Entscheidung.


Nachhaltigkeit als Teil der Wirtschaft


Einmal in Gang gesetzt, würde die Sache ihre eigene Dynamik entwickeln. Ein Wettbewerber des Jeansproduzenten, der zwei Prozent seiner Kosten in ein Projekt