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Was wollen wir mit unserer Zivilisation erreichen?

Aktualisiert: 25. Mai


Das ist die alles bestimmende Frage, denn was wir anstreben, erreichen wir auch, mehr oder weniger. Wir wollten immer mehr Platz und Sachen und haben eine Welt geschaffen, in der es Platz für Sachen, aber keinen Platz für die intakte Natur gibt.


Schaufenster


Lieber hätten wir uns was anderes gewünscht


Wir optimieren immer weiter die Effektivität aller Abläufe in der Wirtschaft und Gesellschaft. Verblendet von unserem Ziel der Vermehrung von allem Materiellen (von Geld, von Gütern, von Technologien, die uns unterhalten und uns die Arbeit und die Entscheidungen abnehmen) perfektionieren wir unsere menschengemachte Welt und merken gar nicht, dass uns genau diese Welt entmenschlicht.


Wir tun nicht das, was gut, nicht mal das, was vernünftig wäre, sondern das, was uns mehr von dem verschafft, was wir als Wohlstand definiert haben. Wir tun nicht das, was uns glücklich macht, was uns erfüllt, sondern das, was uns die Vermehrungsmaschinerie in ihren Schaufenstern präsentiert – Schaufenstern, die sie mittlerweile an jeder Ecke aufgestellt hat, ja, die wir sogar freiwillig in unsere Hosentaschen gesteckt haben und auf keinen Fall weglegen wollen.


Bereitwillig haben wir unsere Träume über das Glück an die Vermarkter verkauft. Sie haben damit gutes Geschäft gemacht und dabei die Natur zerstört. Das Aufräumen der Trümmer werden sie uns überlassen.

Wie besessen perfektionieren wir unsere Welt und unser individuelles Leben, bis wir zu passgenauen Zahnrädern dieser Maschinerie werden. Und dabei schließen wir die Augen vor der simplen Tatsache, dass diese Maschinerie unsere natürliche Lebensumgebung zerstört, unser natürliches zwischenmenschliches Umfeld degeneriert und unsere natürliche Menschlichkeit degradiert.


Der Traum vom problemlosen Leben


Warum tun wir das? Weil wir uns haben einreden lassen, dass unsere Leben möglichst mühelos und abgesichert sein sollen. Dieses Ziel fußt auf einem großen Missverständnis. Was mühelos ist, hat für den Menschen keinen Wert, und eine Sicherheit gibt es in dieser Welt nicht. Das wissen wir instinktiv, unser Bauch sagt uns das. Aber wir decken diese Stimme mit Bergen von Sachen und Meeren von Zerstreuungen zu. Was aber mühelos ist, hat für unser Wachsen als Mensch keinen Wert, und was uns von möglichst allen Problemen abschirmt, lenkt uns von der großen Erkenntnis ab, dass die Anerkennung unserer eigenen Ohnmacht und die daraus resultierende Demut die Voraussetzungen dafür sind, dass wir uns in Verständnis und Liebe entwickeln können.


Das stellt die Frage nach dem Ziel – nach dem Ziel des Lebens. Wenn wir denken, dass der Zweck des menschlichen Lebens Bequemlichkeit und Zerstreuung ist, bauen wir eine Zivilisation auf, die Berge von Sachen und Meere von Zerstreuungen erzeugt. Wenn wir jedoch die Entwicklung unseres Geistes, das Reifen unserer Beziehungen zu anderen Menschen, zur Natur und zur Welt, das Ausbreiten unseres Herzens, das Wachsen unserer Seele als unser Lebensziel betrachten würden, würden wir bald in einer gänzlich anderen Zivilisation leben.


Es sind unsere Wünsche, die die Welt formen. Was wir uns gewünscht haben, haben wir bekommen – samt allen Folgen.

Sie sehen also – unsere Ziele, also unsere Wünsche und unser Denken, formen die Welt, in der wir leben. Der Klimawandel, die Zerstörung der Natur, die pathologische Ungleichheit in der Gesellschaft, das Sterben der Demokratie, die Kriege und Drohungen, die internationalen Spannungen, die aus Ungerechtigkeit und Gier entstanden sind, sie alle sind ein zwingendes Ergebnis dessen, was wir als anstrebenswert, als den Zweck unseres Lebens betrachten. Unsere Wünsche und unser Denken formen die Welt. Es ist keine Metapher. Es ist die Einsicht dessen, wie die menschengemachte Welt entsteht. Es beschreibt die Wirklichkeit, in der wir leben und die uns zerstören wird, wenn wir nicht umdenken.


Die einzige Chance für die menschliche Zivilisation ist, wenn wir unsere Annahmen über unseren Lebenszweck infrage stellen. Bringen wir den Mut dafür?



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