• Patrick Brehm

Gretas darf es viele geben

Lehrer*innen als Scharnier der For-Future-Bewegung


Foto: Waldemar Zielinski/pixabay

Lehrpersonen stehen in einer speziellen Scharnierfunktion: Sie sind Teil des staatlichen Bildungssystems und unterstehen ihrem Dienstherren, für den sie pädagogische, fachliche, beratende, evaluierende, organisatorische und disziplinare Aufgaben zu erfüllen haben. Als politische Bürgerinnen und Bürger sowie als vernunft- und moralbegabte Wesen sehen sie sich aber auch in der Verantwortung, an ihrem Arbeitsplatz und darüber hinaus an der Zukunft der Gesellschaft und des globalen Miteinanders mitzuarbeiten.


Die Klimakrise führt dabei zu Dilemmata, insbesondere wenn schulische Regularien und Bildungsziele dieser gesellschaftlichen Aufgabe nicht ausreichend gerecht werden: Viele Lehrerinnen und Lehrer stehen hinter den Forderungen und Aktionsformen der FridaysForFuture und sind doch gehalten, die Schulpflicht durchzusetzen. Sie repräsentieren ein Gesellschaftsmodell, in dem Leistung, Konkurrenz und Wachstum auf Kosten der Natur und der sozialen Gemeinschaft die gültigen Erfolgsmaßstäbe sind und wollen ihren anvertrauten Lernenden dennoch Hoffnung auf eine nachhaltige und gerechte Zukunft machen. Sie wollen ihre Vorbildrolle für junge Menschen erfüllen und sehen sich durch widersprüchliche Alltagshandlungen in nicht-nachhaltigen Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen nicht genügend in der Lage dazu.


Die Lehrer*innen in unserem Land sollten unseren Kindern und Jugendlichen erklären können, dass ihr Staat alles dafür tut, die Ziele des Grundgesetzes nicht aus den Augen zu verlieren. (Aus der aktuellen T4F-Kampagne zum Diensteid-Dilemma“)

Mit ihrer Kampagne zum „Diensteid-Dilemma“ wenden sich die TeachersForFuture Germany derzeit an die Öffentlichkeit und wollen auf ein weiteren Konflikt aufmerksam machen: Junge Menschen sollen in der Schule für das Grundgesetz und gesellschaftspolitische Partizipation begeistert werden. Doch wenn die politischen Gesetzesinitiativen wesentliche verfassungsmäßige Grundrechte wie den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen z. B. bei der Bewältigung der Klimakrise nicht ausreichend umsetzen, entstehen Resignation und auch Politikverdrossenheit und konterkarieren die Bildungsziele des Unterrichts.


Lehrerinnen und Lehrer sitzen oft zwischen den Stühlen und sind doch gerade deshalb in der Lage, zwischen Aufbruch und Establishment zu vermitteln. Die TeachersForFuture wollen mit dieser Herausforderung nicht alleine bleiben, sondern tauschen in ihren Netzwerken lokal und bundesweit Erfahrungen und Ideen aus.


Bitte unterstützen Sie die Unterschriften-Aktion „Diensteid-Dilemma“: Sie kann bis Ende des Jahres auf https://schoolsforfuture.net/de/petition/unterzeichnet werden.

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