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Droht uns ein Atomkrieg?

Aktualisiert: 25. Apr.


Für die USA und Israel ist die Nutzung von Atomwaffen leider seit Jahrzehnten eine ernsthaft in Betracht gezogene Option. Nun führen diese beiden Atommächte einen Krieg gegen ein nichtatomares Land – und verlieren.


Teheran


Ich werde mich kurzfassen.

 

Die USA verlegen ihre Spezialkräfte, die etwa 10.000 Soldaten umfassen, in den Nahen Osten. Alle Militärexperten sind sich einig: Ein Versuch, iranisches Territorium mit zehntausend Mann einzunehmen und zu halten, wäre selbstmörderisch. Was also soll das?

 

Lassen wir zwei und zwei zusammenzählen.

 

Erstens macht eine Landung auf einer der iranischen Inseln im Persischen Golf oder auf dem iranischen Festland keinen Sinn.

 

Zweitens ist eine Niederlage für Israelis und Amerikaner inakzeptabel.

 

Drittens haben die Amerikaner und Israelis mit ihrem Überfall und Beschuss der Zivilbevölkerung bewiesen, dass ihnen das Leben der Iraner nicht viel wert ist – oder zumindest nicht im Verhältnis zu ihren Kriegszielen.

 

Wenn wir all dies berücksichtigen, gibt es ein Szenario, das aus ihrer Sicht militärisch naheliegend sein kann und über das niemand spricht: einen bevorstehenden Angriff mit Thermonuklearwaffen auf die unterirdischen militärischen Anlagen und die Streitkräfte im Iran oder auf die Strom- und Kommunikationsnetze des Landes (Nuklearer Elektromagnetischer Impuls). Direkt nach einem solchen Angriff wäre der Einsatz von Bodentruppen in der Straße von Hormus plötzlich nicht mehr unsinnig.

 

Sind die Entscheider in Washington, D.C., und Jerusalem zu einem solchen Verbrechen fähig? Ich befürchte, dass dies nicht ausgeschlossen werden kann.

 

Es wird uns zunehmend deutlich, dass ein schneller und friedlicher Ausgang dieses Krieges ein Wunder wäre. Wenn man nichts tun kann, um ein Wunder herbeizuführen, bleibt einem ohnehin nur das Gebet. Wir sollen ab sofort in dieses Gebet die Bitte und den Ruf einschließen: „Gott, beschütze die Iraner und uns alle vor einem Atomkrieg!”



Ergänzungen im Nachgang:


21.04.2026:

Aus dem Weißen Haus ist die unbestätigte Information durchgesickert, dass der Präsident den Vorsitzenden des Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten gefragt habe, wie der Nuklearcode funktioniere, und mit ihm über die Nutzung von Nuklearwaffen gegen den Iran sprechen wollte. General Caine soll darauf mit „Nein“ geantwortet und das Oval Office verlassen haben.

 

Sollte sich diese Information als wahr herausstellen, waren die Überlegungen, Nuklearwaffen anzuwenden, nicht mit dem Kommando der Streitkräfte abgestimmt. In diesem Fall hat sich der Vorsitzende des Generalstabs als seiner Aufgabe gewachsen gezeigt. GOTT SEI DANK!

 

23.04.2026:

Mir wurde die Frage gestellt, ob der Präsident den Einsatz von Nuklearwaffen überhaupt allein entscheiden darf. Die kurze Antwort lautet: Ja.

 

Er ist der Commander in Chief aller US-Streitkräfte.

 

Der Vorsitzende des Generalstabs (Chairman of the Joint Chiefs of Staff) ist der oberste Offizier in der „Kette der Kommunikation“ und deswegen der wichtigste militärische Berater des Präsidenten. Er ist jedoch kein Teil der „Befehlskette“ für die Genehmigung eines Atomwaffeneinsatzes. Diese Entscheidung trifft der Präsident. Die militärischen Befehlshaber sind dann verpflichtet, diese Befehle weiterzuleiten und auszuführen. Der oberste militärische Befehlshaber ist Pete Hegseth, der Secretary of War. Er würde einen solchen Befehl des Präsidenten ausführen.

 

Der Präsident benötigt weder die Zustimmung seiner Militärführung noch die des US-Kongresses, um den Einsatz von Atomwaffen anzuordnen. Weder das Militär noch der Kongress können diese Befehle außer Kraft setzen. Nicht, dass sich der derzeitige US-Präsident um irgendwelche Zustimmungen des Kongresses scheren würde, wie wir ausreichend oft gesehen haben.

 

Angehörige der Streitkräfte sind gemäß dem Uniform Code of Military Justice verpflichtet, „Befehle zu befolgen, sofern diese rechtmäßig sind und von einer zuständigen Stelle erteilt wurden”. In diesem Zusammenhang ist die Frage der Rechtmäßigkeit des Befehls entscheidend, da sie eigentlich fragen müssten, ob er z.B. mit den Anforderungen des Kriegsrechts (Law of Armed Conflict) hinsichtlich Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit und Unterscheidung im Einklang steht. In der Praxis würden diese Fragen jedoch eher zu Beratungen und Versuchen führen, den Befehl des Präsidenten zu ändern, als dass das Militär den Befehl verweigern würde.

 

Sollte der Präsident einen Einsatz anordnen, würde der Vorsitzende des Generalstabs an einer „Entscheidungskonferenz“ teilnehmen, um die Anordnungen des Präsidenten zu bestätigen und sicherzustellen, dass dieser über die Folgen des Einsatzes „vollständig informiert“ ist. Einer seiner Vorgänger, General Mark Milley hat es dem Kongress im September 2021 so erklärt.

 

Der Präsident würde seine Entscheidung mitteilen und seine Genehmigung über den sogenannten nuklearen „Football“ erteilen. Dabei handelt es sich um einen Koffer, den ein militärischer Adjutant, der sich stets in der Nähe des Präsidenten aufhält, bei sich trägt. Der Koffer enthält Berichten zufolge auch ein Buch mit vorbereiteten Kriegsplänen für bestimmte Ziele. Der Präsident könnte aus diesen Plänen wählen oder, sofern es die Zeit erlaubt, das United States Strategic Command (STRATCOM) bitten, eine Alternative auszuarbeiten.

 

Dabei müsste er sich gegenüber den zuständigen Militärbeamten im Pentagon mit ihm persönlich zugeordneten Codes ausweisen. Diese Codes sind auf einer Ausweiskarte vermerkt, die als „Biscuit“ bekannt ist und die der Präsident stets bei sich trägt. Nach seiner Identifizierung würde der Präsident den Abschussbefehl an das Pentagon und das STRATCOM übermitteln. Das STRATCOM würde den Befehl ausführen, indem es die für die gewählte Option erforderlichen Waffen startbereit macht.

 

Dies bezieht sich auch auf einen Präventivschlag und letztendlich auch auf einen Schlag gegen eine Nicht-Atommacht. So könnte der Präsident beispielsweise behaupten, der Iran habe gerade eine Atombombe entwickelt und besitze eine Rakete, die die USA erreichen könne. So etwas wurde in Amerika bereits geäußert. In der Vergangenheit gab es genügend ähnliche falsche Behauptungen – erinnern Sie sich vielleicht an die Behauptung, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen?

 

Die Vereinigten Staaten halten bewusst an ihrer Unklarheit fest und haben nie eine Politik des Verzichts auf den Ersteinsatz von Atomwaffen erklärt. Der Präsident könnte den Ersteinsatz von Atomwaffen anordnen. Wie oben dargelegt, könnten seine Militärführer versuchen, seine Befehle so anzupassen, dass sie den Regeln des Kriegsvölkerrechts entsprechen. Es gibt jedoch ansonsten kein rechtliches Hindernis für einen Ersteinsatz.

 

Falls sich der oben beschriebene Vorfall mit General Caine so ereignet hat, war er eher ein Test des Präsidenten, um herauszufinden, wie dieser zu einem solchen Befehl stehen würde. Den Zugriff auf die notwendigen Codes hätte Donald Trump auch ohne den Vorsitzenden des Generalstabs.

 

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