Buchreihe

„Universum im Inneren“

Ein Buch über den authentischen Yoga

Ayurveda und Yoga sind auf einem reichhaltigen Boden der prähistorischen Wissenschaft des Bewusstseins gewachsen. Dieses alte Wissen erklärt vollständig und schlüssig die Welt und zeigt ganz praktisch, wie der Mensch ein glückliches und erfülltes Leben leben kann. Es wurde seitdem vom Lehrer (Guru) auf den Schüler weitergereicht und praktiziert. Außerdem wurde es in Form von sehr verdichteten und für Außenstehende schwer zu durchdringenden Aphorismen formuliert.

 

Dieses Wissen ist für den nach Orientierung, Sinn und Verständnis suchenden modernen Menschen von unschätzbarem Wert. Zum Glück für uns haben sich einige der vollendeten Meister dieser Wissenschaft seit mehr als 100 Jahren aufgemacht, den Westen zu besuchen und über die alte Weisheit in verständlicher Form und auf Englisch zu sprechen. Swami Chidananda war ein solcher vollendeter Meister.

Das Buch besteht aus Mitschriften von 36 Vorträgen, die er über mehrere Jahre in verschiedenen westlichen Ländern gehalten hat. In diesen Vorträgen erklärte er seinen Zuhörern liebevoll und mit großer Leidenschaft den Kern der Philosophie des Vedanta und gab ihnen praktische Hinweise, wie sie die Erkenntnisse der Wissenschaft des Bewusstseins dafür nutzen können, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen.

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Über den Autor

Swami Chidananda wurde am 24. September 1916 in Mangalore an der Westküste Südindiens geboren. Sein Vater war ein wohlhabender Grundbesitzer. Seine Mutter war für ihre Frömmigkeit bekannt.

 

Im Alter von acht Jahren wurde er von einem Freund seines Großvaters inspiriert, der ihm Geschichten aus den Epen, dem Ramayana und dem Mahabharata, erzählte. Tapas (Entbehrungen) auf sich zu nehmen, ein Rishi (Weiser) zu werden und eine Vision des Herrn zu haben, wurden zu seinen Idealen.

Er war ein brillanter Schüler. 1936 wurde er in das Loyola College aufgenommen – eine überwiegend christliche Schule für besonders begabte Studenten. Im Jahr 1938 erhielt er den Abschluss als Bachelor of Arts. Die Zeit des Studiums war prägend. Sein Herz fand in dem Leben und den Idealen Jesus‘, in den Lehren der Apostel und in den Biografien der christlichen Heiligen eine Synthese all dessen, was in der hinduistischen Kultur am besten und edelsten ist. Das Studium der Bibel war für ihn keine bloße Routine. Es war das lebendige Wort Gottes, genauso lebendig und real wie die Worte der Veden, der Upanishaden und der Bhagavad Gita. Er sah Jesus in Krishna, nicht Jesus anstelle von Krishna. Er liebte Christus genauso, wie er Vishnu liebte. 

Seine Familie war für ihren hohen Verhaltenskodex bekannt und dieser floss in das Leben des jungen Mannes. Nächstenliebe und Dienst fielen in ihm auf einen fruchtbaren Boden. Niemand, der seine Hilfe suchte, wurde je weggeschickt. Der Dienst an den Leprakranken wurde zu seinem Ideal. Er baute ihnen Hütten auf den weiten Rasenflächen seines Hauses und kümmerte sich um sie mit voller Hingabe. Er sah in den Kranken Gott. Er diente ihnen mit Sanftheit, Liebe und Mitgefühl, ganz gleich, wie dringlich seine anderen Pflichten waren. Sein Dienst beschränkte sich nicht auf Menschen. Wo auch immer er Leiden sah, folgten sein Herz und seine Hände seinen Augen. Er erhob den Finger immer in deutlicher Mahnung, wenn jemand in seiner Gegenwart grausam zu Tieren war.

 

Obwohl er in einer wohlhabenden Familie geboren wurde, mied er schon früh die Freuden der Welt, um sich der Abgeschiedenheit und Kontemplation zu widmen. Zurzeit des Studiums beschäftigten ihn die spirituellen Bücher mehr als die College-Bücher. Die Werke von Sri Ramakrishna, Swami Vivekananda und Swami Sivananda fanden sein besonderes Interesse. Er war ein Bewunderer des Sri Ramakrishna Maths in Madras und nahm regelmäßig an den dortigen Zusammenkünften (Satsangs) teil. Der Aufruf von Swami Vivekananda zum Entsagen beeinflusste ihn nachhaltig. Er suchte außerdem die Gesellschaft der Heiligen und Sadhus, die die Metropole besuchten. Schon als junger Mann teilte er sein Wissen und seine Begeisterung mit anderen, sodass er zu einer Art Guru in der Nachbarschaft wurde – er sprach mit den Menschen über Ehrlichkeit, Liebe, Reinheit, Dienst und Hingabe an Gott.

 

Im Juni 1936 verschwand er von zu Hause. Nach einer energischen Suche seiner Familie fand man ihn im abgeschiedenen Ashram eines heiligen Weisen einige Kilometer vom Bergtempel Tirupati entfernt. Nach einiger Überredung kehrte er nach Hause zurück. Diese vorübergehende Trennung war nur eine Vorbereitung auf den endgültigen Abschied von der Welt der Bindungen an Familie und Freunde. Die sieben Jahre zu Hause nach seiner Rückkehr aus Tirupati waren geprägt von Abgeschiedenheit, Dienen, intensivem Studium der spirituellen Literatur, Selbstbeherrschung, Kontrolle über die Sinne, Einfachheit bei Essen und Kleidung, Verzicht auf jeglichen Komfort und strenger Selbstdisziplin, die seine innere spirituelle Kraft stärkten.

 

Die endgültige Entscheidung kam 1943. Er stand bereits in Korrespondenz mit Swami Sivananda und erhielt dessen Erlaubnis, dem Ashram beizutreten. Als er dort ankam, übernahm er die Leitung der Apotheke. Er wurde der Mann mit der heilenden Hand. Sein wachsender Ruf zog immer mehr Patienten in die Sivananda-Wohltätigkeitsstation.

Sehr bald lieferte er reichlich Beweise für die Brillanz seines Intellekts. Er hielt Vorträge, schrieb Artikel für Zeitschriften und gab den Besuchern spirituelle Anweisungen. Im ersten Jahr seines Aufenthalts im Ashram schrieb er sein Hauptwerk „Lichtbrunnen“, eine Biografie seines Gurus. Als 1948 die Yoga-Vedanta-Walduniversität (heute als Yoga-Vedanta-Waldakademie bekannt) gegründet wurde, ernannte Swami Sivananda ihn zum Vizekanzler und Professor für Raja-Yoga. Er inspirierte die Schüler mit seiner brillanten Darlegung des „Yoga Sutras“ von Patanjali. Trotz seiner vielfältigen Aktivitäten und intensiver Sadhana gründete er 1947 das Yoga-Museum, in dem die gesamte Philosophie des Vedanta und alle Prozesse der Yoga-Sadhana in Form von Bildern und Illustrationen dargestellt werden.

 

Gegen Ende 1948 ernannte ihn Swami Sivananda zum Generalsekretär der Gesellschaft des Göttlichen Lebens (Divine Life Society). Am 10. Juli 1949, dem Guru-Purnima-Tag, wurde er von seinem Meister in den heiligen Orden von Sannyasa eingeweiht. Er wurde nun als Swami Chidananda bekannt, ein Name, der „im höchsten Bewusstsein und in der höchsten Glückseligkeit“ bedeutet.

 

Im November 1959 wurde Swami Chidananda von seinem Meister auf eine lange Reise durch Amerika geschickt, um die Botschaft des Göttlichen Lebens zu verbreiten. Er kehrte im März 1962 zurück.

Im August 1963, nach dem Mahasamadhi (Austritt eines selbstverwirklichten Yogis aus seinem Körper) des Meisters, wurde er zum Präsidenten der Gesellschaft des Göttlichen Lebens gewählt. Im Rahmen der Arbeit dieser weltweiten Organisation hielt er das Banner der Entsagung, des hingebungsvollen Dienstes, der Liebe und des spirituellen Idealismus hoch. Er stand unzähligen Suchenden auf der ganzen Welt mit Rat, Hilfe und Führung bei. Seit 1968 unternahm Swami Chidananda auf Wunsch der Schüler und Anhänger seines Meisters zahlreiche Reisen und besuchte alle Länder der Welt. Er verbreitete dadurch unermüdlich die Botschaft des Göttlichen Lebens nicht nur in Indien, sondern in der ganzen Welt. Durch seine Vorträge, durch die persönlichen Kontakte und durch die Praxis der Selbstdisziplin inspirierte er unzählige Menschen in Ost und West. In den vom ihm geleiteten Satsangs waren alle Propheten und Weisen aller Weltreligionen gleich. Er schrieb über 40 Bücher, in denen er die Philosophie und die Praxis des Yoga und das Leben in Gottes Gegenwart mit großer Klarheit und bestechendem Scharfsinn erklärte.

 

Am 28. August 2008 trat Swami Chidananda in Mahasamadhi ein.

Über die Buchreihe „Universum im Inneren“

„Der innere Reichtum, die Weisheit hinter Ayurveda, Yoga und Vedanta“ leitet eine Buchreihe ein, die dem deutschen Leser wichtige Bücher der fernöstlichen spirituellen Meister, Yogis und Philosophen präsentieren wird.

Spiritualität wird im Westen gänzlich anders verstanden als in Indien und den anderen asiatischen Zentren des alten Wissens über die Seele. Dort ist sie etwas Praktisches und Nüchternes. Sie ist die Kunst eines glücklichen und erfüllten Lebens und die Wissenschaft der Entwicklung des Individuums, die in seinem inneren Universum stattfindet.

Diese praktische Spiritualität bedeutet, zunächst bewusst eine Beziehung mit seinem eigenen Selbst aufzubauen. Dafür muss man seine Aufmerksamkeit – konzentriert und wiederholt – nach innen richten und nutzt dazu Methoden, die aus der systematisch aufgearbeiteten Erfahrung unzähliger Meister und Mystiker über Jahrtausende entwickelt und perfektioniert wurden. Die Methoden und Techniken der praktischen Spiritualität führen jeden ernsthaft nach innerer Reife suchenden Menschen unfehlbar zu Vollkommenheit und Erfüllung. Sie bringen ihm ein profundes Verständnis von sich selbst und der gesamten Schöpfung sowie Glück und Frieden.

Die praktische Spiritualität schließt das Verständnis der Natur als Gotteswerk und des Lebens als etwas Heiliges ein, ist also ein Gegenentwurf zum unreflektierten Egozentrismus. So verstandene Spiritualität nimmt das Ich aus dem Zentrum des Universums und stellt den Schöpfer auf den frei gewordenen Platz. Sie bedeutet also eine kopernikanische Revolution, eine grundsätzlich andere Einstellung zur Welt: das Anerkennen dessen, dass es etwas Wichtigeres, Heiligeres als uns selbst gibt, dass wir die Welt nicht besitzen, dass wir in ihr nur Mieter sind, als Mieter bestimmte Pflichten haben und uns an bestimmte Regeln halten müssen. Diese praktische Spiritualität kann also dazu beitragen, dass wir unsere selbst gemachten Probleme lösen: die Zerstörung der Natur, den Egoismus in der Gesellschaft, die Verflachung der Kultur.

Deswegen kann sie uns im Westen ganz konkret helfen, als Individuum ein sinnerfülltes, glückliches Leben zu führen und als Gesellschaft die wachsenden Bedrohungen abzuwenden. Das macht es notwendig, das Wissen über die praktische Spiritualität im Westen zu verbreiten. Und das wollen wir mit großer Sorgfalt und auf höchstem Niveau mit der Buchreihe „Universum im Inneren“ tun.

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